Siegfried Bimberg

geb. 1927 - GEST. 2008


Vita

Siegfried Bimberg wurde 1927 in Halle geboren. Er ist bekannt durch zahlreiche Jugend- und Kinderlieder, Chorwerke und Kinderopern. Staatliche und andere Preise/Auszeichnungen erhielt er als Komponist, Dirigent und Musikwissenschaftler und war Mitglied der Freien Deutschen Akademie der Wissenschaften und der Künste in Bonn. Nach der Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft begann sein pädagogisches Studium, woraufhin er als Lehrer an einklassiger Landschule eingesetz wurde. Danach erfolgte ein Universitätsstudium in Psychologie, Musikpädagogik, Musikwissenschaft. Von 1953 bis 1958 war er Verlagslektor. Seine Promotion machte er 1953 und Habilitation in den Jahren 1956 und 1981. Ab 1957 war Bimberg Universitätsdozent in Berlin, ab 1962 in Halle, wo er 1964 seine Professur machte. Von 1969 bis zur Emeritierung 1992 hatte er den Lehrstuhl der Musikpädagogik inne. 1963 erfolgte die Gründung des Kammerchores Hallenser Madrigalisten. Dort war er bis 1980 Dirigent und erreichte vieles: Konzerte im In- und Ausland, alte und neue Chormusik, Schallplatten, Rundfunkproduktionen, TV, CD, Workshops, Ateliers, Lehrgänge für Chorleiter. Für die Ausbildung des Musikhörens begründete Siegfried Bimberg (seit 1951) ein Gehörbildungssystem auf relativ-funktionaler Basis in enger Verbindung mit absoluter Notation unter Verwendung der JALE-Silben und Tonika-do-Handzeichen. Experimentell-psychologische Arbeiten gab es zur Tonalitätsforschung zum Beispiel zur Gleichwertigkeit von Dur und Moll in der Musik - Wahrnehmung (Gesetz der "Relativen Konstanz") oder zur Relation unterschiedlicher akustischer Stimmung beim Singen von Intervallen in gregorianischer und harmonikaler Orientierung (Gesetz der "Variablen Reagenz"). Für Musikästhetik und Musikpädagogik erarbeitete Siegfried Bimberg Grundlagen zur Musikrezeption, die als die Position der "Dialogischen Musikaneignung" bekannt geworden sind.


>Werke